Bis zur nachhaltigen Entwicklung der Schönheitsindustrie ist es noch ein langer Weg.
Da in der Kosmetikindustrie Kunststoffrohstoffe und -verpackungen in großem Umfang verwendet werden, sind Umweltverschmutzung und Abfall keine Seltenheit. Laut Daten von Euromonitor belief sich die Menge an Verpackungsmüll in der Kosmetikindustrie im Jahr 2020 auf 15 Milliarden Stück – ein Anstieg um fast 100 Millionen Stück im Vergleich zu 2018. Julia Wills, Mitbegründerin der Organisation Herbivore Botanicals (herbivore), erklärte zudem öffentlich, dass die Kosmetikindustrie jährlich 2,7 Milliarden leere Plastikflaschen produziert. Dies bedeutet, dass die Erde mehr Zeit benötigt, um diese abzubauen, und dass Umweltprobleme sich dadurch weiter verschärfen werden.
Unter diesen Umständen haben ausländische Kosmetikkonzerne aktiv nach Wegen gesucht, eine nachhaltige Produktion durch „Plastikreduzierung und Recycling“ von Verpackungsmaterialien zu erreichen, und sie haben im Hinblick auf „nachhaltige Entwicklung“ gute Ergebnisse erzielt.
Brice André, globaler Leiter für nachhaltige Verpackungen bei L'Oréal, erklärte in einem Interview mit The Independent, dass die Zukunft von Beauty- und Kosmetikverpackungen im Zeichen der Nachhaltigkeit stehen werde und die Marke bestrebt sei, nachhaltigere Verpackungen für ihr Produktportfolio zu entwickeln, wie beispielsweise die aktuelle Valentino Rosso Lippenstiftkollektion. Nach dem Aufbrauchen der Kollektion können die Nachfüllpackungen zur Wiederverwendung in die Verpackung eingesetzt werden.
Darüber hinaus setzt sich Unilever aktiv für mehr Nachhaltigkeit ein. Dazu gehören eine Lieferkette ohne Abholzung bis 2023, die Halbierung des Einsatzes von neuem Kunststoff bis 2025 und die Umstellung aller Produktverpackungen auf biologisch abbaubare Materialien bis 2030. Richard Slater, Forschungs- und Entwicklungschef, erklärte: „Wir entwickeln eine neue Generation von Technologien und Inhaltsstoffen für die Verpackungen unserer Schönheits- und Körperpflegeprodukte. Diese sind nicht nur effizient, sondern auch recycelbar und nachhaltig.“
Erwähnenswert ist, dass die Verwendung von Nachfüllpackungen bei High-End-Kosmetikmarken auch auf dem europäischen und amerikanischen Markt sehr verbreitet ist. So bieten beispielsweise Marken wie LANCOME und Nanfa Manor Nachfüllprodukte an.
Wang Liang, stellvertretender Geschäftsführer der Bawang International Group, erklärte gegenüber „Cosmetics News“, dass die Abfüllung von Kosmetikrohstoffen nur nach strenger Sterilisation und in einer absolut sauberen, aseptischen Umgebung erfolgen könne. Andere Länder mögen ihre eigenen Methoden haben, doch derzeit berge die Nachfüllung von Produkten im Einzelhandel mit einem solchen „Nachfüllservice“ für inländische Marken im Rahmen des nächsten CS-Kanals ein erhebliches Risiko für mikrobielle und bakterielle Infektionen, sodass die Produktsicherheit nicht gewährleistet werden könne.
Inzwischen rückt das Konzept der nachhaltigen Entwicklung sowohl in der Kosmetikindustrie als auch bei den Verbrauchern immer stärker in den Fokus. Die Lösung von Problemen wie unzureichender Lieferkette, mangelnder Verbraucheraufklärung und unzureichender Verpackungstechnologie ist nach wie vor ein zentrales Anliegen der Branche. Es ist jedoch absehbar, dass der chinesische Kosmetikmarkt mit dem kontinuierlichen Fortschritt der Klimaschutzpolitik und dem wachsenden Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung in der chinesischen Gesellschaft ebenfalls einen eigenen Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung einschlagen wird.
Veröffentlichungsdatum: 14. Juni 2022
