Funktionieren kosmetische Reparaturen wirklich?
In letzter Zeit ist auf Social-Media-Plattformen ein Trend zur „kosmetischen Restaurierung“ zu beobachten, der immer stärker wird. Bei diesen sogenannten kosmetischen Reparaturen handelt es sich meist um „kaputte“ Kosmetikprodukte wie zerbrochenes Puder oder abgebrochenen Lippenstift, die künstlich repariert werden, um sie wie neu aussehen zu lassen.
Im Allgemeinen werden Kosmetikprodukte in der öffentlichen Wahrnehmung als schnelllebige Konsumgüter betrachtet, die nicht wie Handys und Computer repariert werden können. Doch ist die sogenannte Kosmetikreparatur wirklich zuverlässig?
01 Kostengünstige, ertragreiche kosmetische „Reparatur“
Zu den gängigen Kosmetikreparaturartikeln auf Online-Plattformen gehören derzeit die Reparatur von zerbrochenen Puderdosen.LidschattenTabletts und zerbrochene und geschmolzeneLippenstifteKosmetikreparaturen umfassen maßgeschneiderte Kosmetikverpackungen und Farbwechsel. Ein komplettes Set an Werkzeugen für die Kosmetikreparatur beinhaltet Schleifmaschinen, Heizöfen, Desinfektionsgeräte, Reinigungsmaschinen, Formen usw. Diese Werkzeuge sind auf E-Commerce-Plattformen erhältlich. Günstige Reparaturwerkzeuge wie Lippenstiftformen kosten nur wenige Yuan, während teurere wie Heizöfen und Sterilisatoren in der Regel nicht mehr als 500 Yuan kosten. Kosmetikprodukte werden hauptsächlich zur Reparatur eingeschickt, und es gibt keine hohen Anforderungen an das Geschäftsumfeld oder ein hohes Startkapital. Verglichen mit den Anfangsinvestitionen anderer Unternehmen, die Zehntausende oder Hunderttausende Yuan betragen, ist das Startkapital für Kosmetikreparaturen gering.
Man geht davon aus, dass sich die von Verbrauchern zur Reparatur eingesandten Kosmetikartikel grob in vier Kategorien einteilen lassen: Artikel mit besonderem Erinnerungswert, hochpreisige Artikel, nicht mehr erhältliche Produkte und solche, die neu verpackt oder in einer anderen Farbe geliefert werden müssen. Der Boom von Reparaturvideos in sozialen Netzwerken hat die entsprechende Verbrauchernachfrage zusätzlich angekurbelt.
02 Versteckte rechtliche und qualitätsbezogene Sicherheitsprobleme
Der Reporter interviewte einen Zuschauer, der sich häufig Videos zum Thema Make-up-Reparatur in sozialen Medien ansah. Auf die Frage, ob er sein eigenes Make-up schon einmal repariert habe, antwortete er mit Nein und erklärte, er würde es auch nicht reparieren. „Das sind alles Dinge, die man auf Mund und Gesicht aufträgt. Sie können sich das Video ja ansehen. Wenn Sie wirklich möchten, dass ich das Make-up anderer korrigiere, fühle ich mich dabei immer unsicher und unhygienisch.“
Im Fragebereich der E-Commerce-Plattform gibt es auch einige eifrige Verbraucher, die Fragen zu Sicherheits- und Hygienefragen stellen.
Die Bedenken und Zweifel der Verbraucher sind jedoch nicht unbegründet: Einerseits wird die kosmetische Behandlung von Fachleuten in einem geschlossenen Raum durchgeführt. Ist eine schrittweise Desinfektion, wie behauptet, wirklich möglich? Die Verbraucher wissen es nicht. Andererseits ist eine kosmetische Behandlung vergleichbar mit einer Reproduktion. Reicht es da aus, lediglich schrittweise zu sterilisieren?
Wichtiger noch, aus rechtlicher Sicht: Kosmetische Behandlungen umfassen Geldtransaktionen, Massenproduktion, Kostenverarbeitung, Lippenstiftfarbänderungen und andere Dienstleistungen zur Veränderung der Inhaltsstoffe, wie beispielsweise das Hinzufügen von Lippenstiftpulver und Pflanzenmischungen. Öle, die zur Kategorie der Kosmetikprodukte gehören, müssen gemäß den einschlägigen Branchenvorschriften hergestellt werden. Unternehmen, die Kosmetika herstellen, benötigen daher eine Kosmetikproduktionslizenz.
Gemäß den einschlägigen Bestimmungen der „Verordnung über die Aufsicht und Verwaltung von Kosmetika“ müssen für die Aufnahme von Kosmetikproduktionstätigkeiten außerdem folgende Bedingungen erfüllt sein: ein nach dem Gesetz gegründetes Unternehmen; ein Produktionsstandort, geeignete Umweltbedingungen, Produktionsanlagen und -geräte für die Herstellung von Kosmetika; ausreichend qualifiziertes Fachpersonal für die hergestellten Kosmetika; Inspektoren und Inspektionsgeräte zur Prüfung der hergestellten Kosmetika; ein Managementsystem zur Gewährleistung der Qualität und Sicherheit der Kosmetika.
Erfüllen also Online-Händler, die Kosmetikartikel in ihren eigenen Geschäften oder Werkstätten reparieren, die oben genannten gesetzlichen und normativen Anforderungen an die Kosmetikproduktion sowie die Umwelt- und Personalvorgaben? Die Antwort liegt auf der Hand.
03 Im Graubereich ist Vorsicht geboten.
Da es sich bei kosmetischer Wiederherstellung um ein neues Phänomen handelt, besteht zwischen Käufern und Verkäufern eine extrem asymmetrische Informationslage, was dem Schutz der Verbraucherrechte äußerst nachteilig ist.
Aus Verbrauchersicht ist die Reparatur von Kosmetikprodukten völlig intransparent. Einerseits besteht das Risiko, dass die Originalmaterialien (Inhalt und Verpackung) ersetzt werden. Andererseits bietet der Händler die Reparatur von Schäden maximal einen Monat lang an. Bei Problemen wie Veränderungen des Make-up-Effekts oder Unzufriedenheit nach dem Farbwechsel des Lippenstifts liegt die Entscheidung beim reparierenden Händler, und die Verbraucher sind in einer völlig passiven Lage. Es gibt keine Garantie.
Die scheinbar so beliebte kosmetische Wiederherstellung birgt versteckte Gefahren in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Rechtmäßigkeit. Angesichts der strengen Regulierung der Kosmetikindustrie ist klar, dass kosmetische Reparaturen kein gutes, sondern ein unethisches Geschäftsmodell darstellen. Verbraucher sollten daher mit Bedacht vorgehen und Vorsicht walten lassen.
Veröffentlichungsdatum: 14. Juli 2022

